Auswahl und Handhabung der richtigen Applikationstechnik
Normalerweise gelangen nach vorherigem Kauen und Schlucken kleine Nahrungsmengen durch die Speiseröhre in den Magen, wo sie weiter aufbereitet werden, um dann als homogener Nahrungsbrei in kleinen Portionen an den Dünndarm zur Verdauung (Aufspaltung der Nahrung durch Enzyme in die resobierbaren Nährstoffe) und Resorption (Aufnahme der Nährstoffe aus dem Dünndarm ins Blut) abgegeben zu werden. Der Verdauungstrakt wird bereits durch den Geruch der Speisen aktiviert und stellt die entsprechenden Sekrete bereit. Dies alles entfällt bei der Sondenernährung. Dazu kommt, dass wir uns üblicherweise nicht ausschließlich mit Flüssignahrung, sondern mit einer gemischten Kost aus festen, breiigen und flüssigen Bestandteilen ernähren.
Bedenkt man dies, wird klar, dass mit der Sondenernährung langsam begonnen werden muss, damit sich der Körper daran gewöhnen kann. Hinzu kommt, dass bei vielen Erkrankungen die Verdauungs- und Resorptionsleistung eingeschränkt ist, so dass die Nahrung nur noch in kleinsten Mengen, und das heißt bei kontinuierlicher Zufuhr, vertragen wird.
Wenn möglich, sollte der Nahrungsaufbau immer über eine Ernährungspumpe erfolgen, um eine kontinuierliche Nährstoffzufuhr zu gewährleisten. Am ersten Tag bekommt der Patient 500 ml Sondennahrung, die mit 25 ml/Stunde über 20 Stunden verabreicht wird.
In den folgenden Tagen kann bei komplikationsfreier Ernährung die Zufuhrrate alle 24 Std. um jeweils 25 ml pro Stunde erhöht werden. Bei Komplikationen wie Völlegefühl, Blähungen oder Durchfall darf die Applikationsgeschwindigkeit nicht erhöht oder muss sogar zurückgestuft werden.
Applikationsmöglichkeiten
Die Sondennahrung kann wie folgt appliziert werden:
• per Schwerkraft
- als kontinuierliche Zufuhr
- als Bolus, d.h. portionsweise oder in Intervallen
• per Ernährungspumpe
- als kontinuierliche Zufuhr
- als Bolus, d.h. portionsweise oder in Intervallen
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