Ein Ausblick in die Zukunft
Noch vor etwa 10 Jahren schienen die Entwicklungsmöglichkeiten der enteralen Ernährungstherapie weitgehend ausgereizt zu sein. Heute wissen wir, dass die umfassenden Möglichkeiten einer Ernährungstherapie und Prophylaxe noch längst nicht ausgeschöpft sind.
Für die Zukunft stehen noch folgende Entwicklungsaufgaben an:
Welchen optimalen Beitrag kann die Ernährung zur Therapie leisten, wobei die Unterstützung und Steuerung des Immunsystems durch die Ernährung mit bekannten und neuen Substraten weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird?
Noch völlig unerforscht ist die Frage nach den prophylaktischen Möglichkeiten enteraler Ernährungstherapie, zum Beispiel im Bereich der Sekundärprophylaxe von Krebserkrankungen.
Noch ungeklärt ist auch die Frage, welche Bedeutung sogenannte sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe für die enterale Langzeiternährung haben.
Was die Applikationstechniken anbelangt, so besteht Entwicklungsbedarf in Richtung Vereinfachung der zum Teil sehr kompliziert gewordenen Systeme zur Sondenernährung.
Eine nach wie vor ungelöste aber höchst faszinierende Aufgabe ist die Entwicklung einer einfach in den Dünndarm schiebbaren Ernährungssonde, die dort auch sicher verbleibt.
Mit einer solchen Sonde könnten dann weitaus mehr Patienten als heute von der Möglichkeit einer frühen postoperativen und posttraumatischen enteralen Ernährung profitieren, von der wir heute wissen, dass sie einen ganz entscheidenden Beitrag zur positiven Prognose des kritisch Kranken bedeutet.


