Wege der klinischen Ernährung
Klinische Ernährung – ist auf unterschiedlichen Zufuhrwegen möglich. Enterale Ernährung bezeichnet die Zufuhr von flüssigen Nährsubstraten als Trink- und Sondennahrung unter Einbeziehung des Magen-Darm-Traktes und wird als die physiologische Form der klinischen Ernährung angesehen.
Die Substrate für die enterale Ernährung enthalten Nährstoffe in weitgehend natürlichen Verbindungen (z.B. Milcheiweiß) bzw. in leicht modifizierter Form (z.B. Oligopeptide). Diese Form der Nährstoffe wird vom Verdauungstrakt ganz oder teilweise weiter abgebaut und vom Dünndarm dann erst in den Blutkreislauf abgegeben.
Durch die gastrointestinale Applikation von Nährstoffen werden physiologische Regelmechanismen des Körpers genutzt und aufrechterhalten. So bewirkt z.B. die enterale Ernährung eine Erhaltung der Darmschleimhaut als natürliche Bakterienschranke und eine Stimulation gastrointestinaler Hormone. Parenterale Ernährung führt die Nährstoffe dem Körper direkt über zentral- oder periphervenöse Katheter zu.
Hier entfällt die Verdauungsleistung des Gastrointestinaltraktes ganz. Dementsprechend müssen alle Substrate in aufgespaltener Form vorliegen (z.B. Aminosäuren), damit sie dem Stoffwechsel zur Verfügung stehen können.
Da die enterale Ernährung grundsätzlich die physiologischere Form der Nährstoffzufuhr darstellt, sollte sie bei Patienten mit funktionstüchtigem Gastrointestinaltrakt immer vorrangig gewählt werden.


